Gute Hirtin sein 

Nach Jesus, dem Guten Hirten, sind wir benannt. Dieser Name verpflichtet. Grundlage unseres Handelns ist daher das biblische Bild von der Liebe des Guten Hirten. Es spiegelt die Erfahrungen wider, die Menschen in Israel mit Jesus machten und die uns von Gott her verheißen sind: Erfahrungen des Schutzes, der Sorge für den Einzelnen und der Zusammengehörigkeit.
(siehe auch http://guterhirte.de/hirten/einleitung.html).

Wir verstehen das Evangelium als befreiende Botschaft gerade für die Schwachen, die an den Rand Gedrängten, die Entrechteten und die Leidenden. Das Bekenntnis zu Jesus Christus weist uns in seine Nachfolge, die sich nicht auf Gesinnung und Innerlichkeit beschränkt, sondern auch zu politischem und sozialem Handeln drängt.

Johannes Eudes (1601-1680) gründete 1641 eine Ordensgemeinschaft, die Frauen in Not beistehen sollte. Seine Schwestern sollten mit den Frauen leben und ihnen im konkreten Alltag helfen. Diese Frauen kamen seinerzeit fast ausschließlich aus der Prostitution oder dem Gefängnis, meistens aufgrund von Armut und Mangel an Bildung. Dieses Unternehmen wurde in seiner Zeit von der Kirche skeptisch betrachtet. Johannes Eudes wusste um die Schwierigkeit, bei einer so herausfordernden Aufgabe auszuharren. Deshalb legten die Schwestern zu den drei Ordensgelübden ein viertes ab, nämlich sich „für die Belehrung und Bekehrung“, das hieße heute: „für die Bildung und Neuorientierung“ einzusetzen durch Gebet, Unterweisung und Beispiel ihres Lebens. Dieses Gelübde des apostolischen Eifers ist eine Besonderheit der Schwestern vom Guten Hirten und verhält sich nach den Worten des hl. Johannes Eudes „wie ein Mittel zum Zweck zu den drei üblichen Ordensgelübden“. (siehe auch "Taufe leben" in www.guterhirte.de/geistl.Impulse)

Die hl. Maria Eufrasia Pelletier (1796-1868) setzte die Arbeit des hl. Johannes Eudes fort auf dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen und in der besonderen Problematik ihrer Zeit. Sie fand junge Frauen aus vielen europäischen Ländern, die ihr dabei helfen wollten. Sie wurden in alle Erdteile gerufen, weil es überall benachteiligte und in Armut und Unwissenheit lebende Mädchen und Frauen gab.

So hat das Schicksal der Frauen in der jeweiligen Epoche auch das Leben und Wirken der Schwestern bestimmt, damals wie heute. Das ist der Grund, warum Schwestern vom Guten Hirten sich auch heute dafür interessieren, wie es Frauen weltweit geht. Darum bemühen sie sich, in vielfältiger Weise für sie einzutreten und zu begleiten. 

  • Darum haben sie heute einen Beraterstatus beim ECOSOC der Vereinten Nationen in New York als NGO, d.h. Nicht-Regierungs-Organisation.
  • Darum ergreifen sie Partei gegen not- und leidbringende Strukturen. Darum kämpfen sie für Gerechtigkeit und Frieden.   
  • Darum vernetzen sie sich mit anderen Frauenorganisationen mit gleicher Zielsetzung – immer in der Hirtensorge Jesu: „Damit sie das Leben haben, und es in Fülle haben.“

So gibt es heute ca. 5.000 Schwestern vom Guten Hirten in mehr als 70 Ländern der Erde. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Freundeskreise und assoziierte Laien unterstützen die Arbeit des Ordens. 

Sie möchten mehr über den Orden erfahren? Dann schicken sie eine Mail an:

gudula(dot)busch(at)guterhirte(dot)de oder 

daniela(dot)kubiak(at)guterhirte(dot)de